01/ PLENARY SESSION

FTI TALK

Hannes Androsch, Heinz Faßmann, Nor- bert Hofer, Georg Kapsch / Chair Rosa Lyon

Forum Alpbach-Präsident Franz Fischler betonte die langjährige Tradition der Technologiegespräche, die heuer bereits zum 35. Mal – von AIT und Ö1 organisiert – stattfanden. Fischler: „Diversität macht Gesellschaften resilienter.“ Und, so Fisch- ler weiter: „Will Europa zur Spitze auf- schließen, gibt es noch viel zu tun.“ Einige Überlegungen dazu lieferte der FTI-Talk. Wie im Vorjahr moderierte ORF-Wissen- schaftsredakteur Andreas Jäger die Tech- nologiegespräche mit viel Elan. Als Mode- ratorin des FTI-Talks fungierte erneut ORF-Journalistin Rosa Lyon. Sie wies ein- gangs darauf hin, dass der technologische Fortschritt Ängste erzeuge, wenn etwa von 50 Prozent aller Jobs, die verloren gehen könnten, die Rede ist. Andererseits ver- sprechen andere Studien klare Jobzu- wächse.

Für Bundesminister Norbert Hofer, BM- VIT, bietet die FTI-Strategie der Bundesre- gierung eine mehrjährige Planbarkeit für die F&E-Community. Er verspüre, so Ho-

fer, „ein hohes Maß an Optimismus“ und nannte als wichtige Themenfelder umwelt- schonende Mobilität, E-Fahrzeuge, erneu- erbare Energien oder Entwicklungen wie etwa das Erkennen von Krankheiten via Smartphone-App. Entscheidend seien jetzt Bürokratieabbau, Ausbau des 5G-Netzes sowie Forschungen in Batterie- und Spei- chertechnologien. Dazu präsentierte Hofer gemeinsam mit BMVIT-Generalsekretär Andreas Reichhardt in Alpbach ein neues Programm, das noch heuer zur Ausschrei- bung kommt.

Bundesminister Heinz Faßmann, BMBWF, betonte die Bedeutung der Grundlagenforschung: „Sie akzentuiert Dinge und wirft oftmals ein neues Licht auf etwas.“ Die FTI-Strategie verändere ent- scheidend die Rahmenbedingungen. Exzel- lenzforschung sowie das neue Forschungs- finanzierungsgesetz seien wichtige Hebel für die Zukunft der Forschung in Öster- reich und in Europa. Gearbeitet werde der- zeit auch an einer Evaluierung der Aufga- benbereiche der Forschungsförderungs- agenturen sowie der laufenden Program- me. Die Zusammenlegung der Räte findet Faßmann sehr sinnvoll, ebenso die Ent- wicklung der Forschungsförderungsdaten- bank. „Österreich ist ein Forschungsland geworden“, betonte Faßmann.

IV-Präsident Georg Kapsch begrüßte die neue FTI-Strategie, monierte aber einmal mehr die teilweise doppelt- und dreifachen

Förderungsschienen. „Hier fehlt ein durch- gängiges Monitoring“, so Kapsch. Das komplexe System neige dazu, dass Strate- gien „versanden“, meinte Kapsch in An- spielung auf die Start-up-Strategie. Zu klä- ren sei die Frage der themenspezifischen Orientierung versus Themenoffenheit in der Forschung. Kapsch forderte eine stär- kere Autonomie der Agenturen sowie das Auflösen von „Spiegelstrukturen in den Mi- nisterien“. Zu Horizon Europe meinte Kapsch, dass 160 Mrd. Euro besser wären als die genannten 100 Mrd. Euro: „Europa hat in den letzten Jahren fünf Prozent An- teil an den weltweiten F&E-Investments verloren, während China – natürlich von

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