HOW TO FESTIVAL

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Ausrüstung. Solange die Füße und das Zelt trocken sind, kann fast nichts schiefgehen. Vor Beginn der Festivalsaison ist es daher ratsam, die Hard- ware noch mal zu überprüfen und eine Überlebensliste anzufertigen.

DER PERFEKTE ZELTPLATZ Manch eine(r) aus dem Festivalvolk legt offensichtlich Wert darauf, direkt an den Hauptverkehrsknoten oder unmittelbar neben den Toiletten zu campen – auch auf die Gefahr hin, dass ihr vorübergehendes Zuhause von wan- kenden ZeitgenossInnen umgeworfen oder auf die eine oder andere Art besudelt wird (Bierreste sind da noch eine der harmloseren Varianten…).


Wer sein Lager hingegen taktisch klug aufschlagen will, sollte folgende Punkte be- achten: Scheinwerfer in der Nähe, aber nicht direkt aufs Zelt leuchtend. Dritte oder vierte Reihe hinter einer Main Road. Die Entfernung zu den Dixies sollte innerhalb der Sichtweite, aber außerhalb der Riechweite (nein, das ist kein Tippfehler für „Reichweite“) sein. Im Idealfall nur ein paar Minuten bis zum Kerngelände. Und bitte keinesfalls in einer Senke – euer Zelt wäre nicht das erste, das nach plötzlichem Stark-regen zentimetertief geflutet wird. Sich dann im Innenzelt auf die tatsächlich schwimmende Luftmatratze zurückzuziehen, verliert schon innerhalb weniger Minu- ten seinen Reiz … Und bitte, lasst es euch noch einmal sagen: Sammelt euren ver- dammten Mist ein! Es ist wirklich nicht schwer, neben dem Zelt einen Müllsack zu platzieren.


Wer sein Zelt vom Vorjahr benutzt, sollte übrigens über einen Testaufbau und neue Imprägnierung nachdenken. Wer noch kein Zelt hat, möge sich im nebenstehen- den Kasten informieren.

KLEINER ZELT-GUIDE


Murphy’s Law sagt: Rechne bei jedem Festival mit dem schlechtesten Wetter. Demnach sollte auch das Zelt eine halbe Götterdämmerung aushalten.


Das Zauberwort für alle, die noch keine Ahnung vom Zeltkauf haben, lautet „Wassersäule”. 1.000 mm Wasser- säule etwa bedeutet, dass auf einer Fläche eines Qua- drats mit 1 cm Seitenlänge ein 1000 mm (= 1 m) hoher, gefüllter Wasserzylinder stehen könnte, bevor es durch- tropft. Wer schon mal ein Nova-Rock-Gewitter mitbe- kommen hat, kann bestätigen, dass solche Zelte zu schwach sind ... Schlag nach bei den bei solchen Wit- terungsbedingungen fröhlich vorbeiflatternden „Wurf- zelten” und manchem Diskonter-Zelt, bei dem schon die leichteste Brise die Stangen zerlegt ... Leute, hört auf, billige Zelte zu kaufen und dann zurückzulassen! In- vestiert in etwas Qualität, verlasst euren Platz sauber und habt im nächsten Jahr noch mehr Spaß mit eurem mittlerweile legendären Zelt! Spätestens nach dem ers- ten überstandenen Festival hat es vielleicht sogar sei- nen eigenen Namen verdient – und die entsprechen- de Tauf-Zeremonie.

ALL WE NEED IS GAFFER Wenn es ein allumfassendes Festival- Camping-Gesetz gibt, dann ist es dieses: Hab immer Gaffer-Tape dabei. Mit diesem beinah magischen Pickzeug könnt ihr beinahe alles richten: defekte Schuhe, lose Zeltstangen, eingerissene Zelt- planen, defekte Campingsessel, löchrige Handtaschen, undichte Gummistiefel, aufgerissene Regenmäntel, zerbrochene Sonnen- brillen u. v. m. Sollte die Reparatur wider Erwarten nicht funktionie- ren, dann habt ihr nicht genug verwendet. Zur Fesselung wider- spenstiger Zeltnachbarn wäre es ebenfalls geeignet, das wollen wir euch hier aber natürlich nicht empfehlen.

CASHLESS FESTIVAL Was ihr vergessen könnt: Bargeld. Was ihr ab- solut nicht vergessen dürft: die Cashless Card. Denn der uröster- reichische Sager, nur Bares ist Wahres, stimmt erstens einmal so- wieso nicht mehr, und ist zweitens bei den Festivals erst recht grundfalsch. Denn Bargeld gibt’s keines mehr auf dem Gelände, bezahlt wird ausschließlich mit der Karte.

Mit DER Karte, also der Cashless Card. Guthaben kannst du dir per Bargeld (ja, das geht natürlich auch), Bankomatkarte, online erstandenem Voucher oder Kreditkarte aufbuchen.

Anstellen entfällt: Denn du bekommst als Raiffeisen Club-Mitglied die Cashless Card sowieso vorab zugeschickt (Details im Kasten).

DIE GRATIS CAHSLESS-CARD FÜR CLUB-MITGLIEDER!


Wer schon immer gesagt hat, dass man beim Club da- bei sein muss – er hat vollkommen recht! Denn alle Raiffeisen Club-Mitglieder in Wien und NÖ bekommen die Cashless Card für das Frequency schon vorab zu- geschickt. Das heißt: Kein Anstellen vor und nach dem Festival und keine Kaution für die Karte bezahlen. (Gut so, denn Nichtmitglieder müssen Kartenpfand berap- pen, die nur bei Rückgabe vor Ort rückerstattet wer- den!) Die Cashless Card funktioniert am Festivalgelän- de wie eine normale Bankomatkarte, wenn du nicht al- les ausgegeben hast, kannst du dir das Restguthaben gemütlich daheim online rücküberweisen lassen.


AUF ZUM KERNGELÄNDE! Auch wenn das Anstehen vor den Gates lästig sein kann ... Seid nett zu den Securities und sie wer- den auch nett zu euch sein! Solange ihr nicht in eurer Hose einen Klappstuhl reinschmuggeln wollt (ja, das passiert), braucht ihr nichts zu befürchten. Im Idealfall seid ihr auch noch gemäß S. [14/15] ausgerüstet. Und dann warten alle gemeinsam auf ihre Lieblinge ... Manche Bands performen im Sonnenuntergang, manche mit Gewitterwolken im Hintergrund, manche im Sand- sturm. Das macht das Festivalerlebnis aus ... und alle tanzen ge- meinsam. 

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