BOULDERN

MIT DEN STARS

Die einen gehen ins Fitnessstudio, die anderen toben sich in der Vertikalen aus: Bouldern ist eine Art Massenphänomen geworden. Ist aber auch kein Wunder, schließlich braucht man fast nichts an Ausrüstung und wirklich gefährlich ist die ganze Sache auch nicht. Aber klar, einen Unterschied gibt es zwischen Hobby-Kletterern und Boulder-Profis schon, und zwar einen ziemlich großen. Zu sehen bei „Rock in the City“ Mitte Mai in Waidhofen an der Ybbs.

FOTOS: Moritz Liebhaber

30 Meter breit, vier Meter hoch – das ist die Kletterwand, die die Organisatoren von „Rock in the City“ von Innsbruck nach Waidhofen holen und mitten in der Stadt auf- stellen. Für Österreichs Boulder-Asse ist der künstliche Felsen dann von 19. bis 21. Mai der Mittelpunkt des Kletterlebens: Bei den Staatsmeisterschaften geben sich die Stars sozusagen die Griffe in die Hand. Mit dabei sind Jakob Schubert, Lukas Ennemoser und Alfons Dornauer – allesamt Tiroler und allein schon deshalb Favoriten auf den Titel. Aber man muss nicht notgedrungen aus dem Wes-ten kommen, wenn man an der Boulderwand mithalten will. Bestes Beispiel: Georg Parma. Der kommt aus dem wenig alpinen Eichgraben im Wienerwald – und zählt trotzdem zu den besten seines Faches. Ein anderer Niederösterreicher macht extra für die Staatsmeisterschaften in Waidhofen Pause von seinem Boulder-Pensionistendasein: Kilian Fischhuber. Denn der will in seiner Heimatstadt natürlich noch einmal zeigen, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Eine echte Boulder-Legende ist er ohne-hin schon: Fünfmal hat Kilian Fischhu- ber den Gesamtweltcup gewonnen!

Bei den Damen ist Anna Stöhr mehrfache Weltcupsiegerin und logische Favo- ritin auf den Staatsmeistertitel. Streitig machen will ihr den eine junge Dame aus Haag, ein paar Kilometer von Waidhofen entfernt: Und Jessica Pilz hat al- lemal das Potenzial für den Titel.


Am Tag vor den Staatsmeisterschaften gehört die Kletterwand aber ganz und gar den Hobby-Boulderern. Beim Ticket to Rockstars Boulderjam sind zwar auch tolle Preise zu gewinnen, aber im Grunde geht es hier nur um den Spaß beim gemeinsamen Bouldern.


Obwohl dieses ungesicherte Klettern im Fels eigentlich schon vor ewigen Zei- ten durchaus nicht unüblich war, gab’s den Durchbruch erst in den 70er-Jah- ren des vergangenen Jahrhunderts, als sich ein paar verrückte Amerikaner im Yosemite-Nationalpark in den Felsen ihren Spaß machten. Vielleicht mit ein Grund, dass Boulder-Events auch heute noch von ziemlich viel Party begleitet werden. Das ist in Waidhofen an der Ybbs nicht anders. Am Freitag haben die Hobby-Kletterer in der Yours Bar ihre After-Competition-Party, am Samstag hei- zen neben den verschiedenen Bewerben immer wieder Live-Auftritte von Bands wie Buffalo Bells, Eastwood Haze, Emiliano oder Scotch und DJ Stari die Stimmung auf. Nach dem Finale wird in der Yours Bar so richtig gefeiert.

Ein cooler Sport also, der nicht nur Spaß macht, sondern auch ziemlich gut für die Fit- ness ist. Zwei, drei Stunden in der Halle entlang der künstlichen Griffe und Tritte herum- zuklettern hat für viele längst den Weg ins Fitnessstudio obsolet gemacht. Geklettert wird ohne Seil, was aber kein Problem ist, denn das Ganze spielt sich ohnehin in „Ab- sprunghöhe“ ab. „Es gibt vorbereitete Boulder, also kurze, knackige Kletterpassagen mit definiertem Start- und Zielgriff. Bei schwierigeren Bouldern findet man meist erst nach mehreren Versuchen die richtige Lösung“, sagt Martin Kerschner vom Alpenver- ein Waidhofen/Ybbs, einer der Organisatoren der Staatsmeisterschaften. Dass der Sport seit vielen Jahren boomt, ist für ihn keine große Überraschung. „Man braucht ja nicht viel dazu: ein Paar Kletterschuhe und ein Magnesiasackerl reichen aus, die ers- ten Versuche kann man ohne große Ausbildung machen, die wichtigsten Tricks lernt man schnell von Freunden.“ Wer einmal Lunte gerochen hat, kann in den vor allem von den alpinen Vereinen wie Alpenverein und Naturfreunde angebotenen Kursen die perfekte Technik erlernen, spannende Boulderhallen gibt es mittlerweile in den meisten Städten.


In Wien zum Beispiel bietet die Kletterhalle Marswiese mehr als 500 Quadratmeter Boulderfläche und einen riesigen Bereich mit gut 300 Routen für all jene, die sogar mit dem Seil klettern wollen. Kletterkurse und Workshops werden dort natürlich auch an- geboten. Vorteil für Raiffeisen Club-Mitglieder: In der Kletterhalle Marswiese gibt es Er- mäßigungen auf Tages-, Jahres- und Halbjahreskarten.

FOTO: Heiko Wilhelm

ROCK IN THE CITY, 19.–21. MAI

19. Mai, ab 16.30 Uhr: Ticket To Rockstars Boulderjam: Am Freitag gehört die große Kletterwand den Hobby-Boulderern! In einer Jamsession können zahlreiche Boulder in verschiedenen Schwierigkeiten gemeinsam mit den Kollegen probiert werden. Wer gewinnen will, muss möglichst viele von den schwierigeren Bouldern schaffen. DJ Chainsaw wird mit der passen- den Musik für gute Stimmung sorgen. After-Competition-Party in der Yours Bar.


20. Mai, ab 8.30 Uhr: Tagsüber finden Qualifikationen statt. Parallel dazu werden abwechselnd Live-Bands (Buffalo Bells, Eastwood Haze, Emiliano, Scotch) und DJ Stari Stimmung machen. Neben der großen Boulderwand wird am Unteren Stadtplatz noch ein weiterer Kletterturm errichtet, auf dem alle Zuseher ihre Kletterversuche machen können, bestens betreut von der Bergrettung Waidhofen. Das Finale findet ab 17.00 Uhr statt.


21. Mai, ab 8.30 Uhr: Der Sonntag ist der Tag für die jungen Kletterer. In den Klassen U10, U12 und U14 werden die Landesmeister für Niederöster- reich, Wien und Burgenland ermittelt.


www.waidhofen.at/rock-in-the-city

Bei den „Mars Camps“ erwartet Kids zwischen 6 und 13 Jahren in den Osterferien und Sommerferien Spaß und Action pur. Klar, dass da nach Herzenslust geklettert werden kann, aber auch andere Sportarten wie Tennis und Fußball werden bei den Camps angeboten. Toll für Raiffei- sen Club-Mitglieder ist die Ermäßi- gung von 10%! Infos und Anmel- dung hier.