DIE FESTIVALSAISON EILT MIT RIESENSCHRITTEN AUF UNS ZU ... ZEIT FÜR DEN KLAMOTTENCHECK!

Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, der Staub juckt in Nase und Augen, Schweiß vermischt sich mit der Dreckkruste am Körper und bildet langsam bräunliche Rinnsale. Am Horizont türmen sich dunkle Wolken auf und kündigen ein Hitzegewitter an. Das kann nur eines bedeuten: Es ist wieder Festivalzeit …

VON AURELIA DUNKLER

FOTOS: SHUTTERSTOCK

Outfit-technisch lässt sich das musikbegeisterte Völkchen grob in zwei Gruppen unterteilen: die Praktischen und diejenigen, die auffallen wollen (und ein paar Glückliche, die beides gleichzeitig schaffen). Und während wir den bunten Hunden, Pikachus, Bananen und kreativen Gaffer-Tape- KünstlerInnen auch dankbar für lustige Selfie-Ge- legenheiten sind, so ist bei aller Feierlaune doch ein Hauch der Vernunft bei der Wahl des Festiva- loutfits angesagt. (Habe ich das gerade wirklich geschrieben? Ich werde alt …)

TAKTISCHES SCHUHWERK Jahr für Jahr dasselbe Trauerspiel: Mädels, die verzweifelt in High Heels übers Festivalgelände staksen. Ernsthaft, Ladys: WARUM? Legt ihr es auf kaputte Knöchel an, um mit den Sanitätern flirten zu können? Nur Stofftreter und Flip-Flops im Gepäck? Viel Spaß mit Dauerregen und ebenso dauerhaft nassen Füßen! Oh, und der Regen wird kommen, glaubt mir …

Ganz abgesehen von den Leuten, die einem lau- fend über die Zehen latschen. Stabiles, wasserfestes Schuhwerk gehört definitiv zur Basisausstattung. Und damit es des Nachts im Zelt nicht zu olfaktorischen Belästigungen kommt: Es ist ratsam, immer doppelt so viele Paar Socken einzupacken, als man oder frau plant, tatsächlich zu verwenden. Und die Dreckwä- sche im Vorzelt zu lassen. Wer vorhat, die Duschen zu benutzen: Badeschlapfen nicht vergessen!

HOSENTASCHENNEID EINE SCHIMPFTIRADE

Warum müssen wir Frauen eigentlich immer Handtaschen mit uns rumschleppen? Klar, manchmal sind die tragbaren „Schwarzen Löcher” praktisch, aber gerade auf Festivals ist es oft einfacher, mit „leichtem Gepäck” zu reisen. Die Männer haben damit kaum Probleme – ihre Hosentaschen sind für den praktischen Gebrauch bestimmt und bieten Smartphone, Geldbörse, Schlüssel und Kau- gummis Platz. Aber was bekommen die Ladys, sofern sie keine Baggy-Pants tragen wollen? Mini-Deko-Aufnäh-Täschchen, in die bestenfalls ein Taschentuch passt. Klein gefaltet! Bei Röcken und Kleidern schaut es meistens noch schlechter aus. Oh, ihr Mode- göttinnen, gebt uns endlich vernünftige Taschen!

VON DER OBERBEKLEIDUNG Es gilt die Faustregel: Je länger der Weg vom Basislager zum Kerngelände ist, desto mehr Lagen sollten sich im Gepäck befin- den. Fünf Minuten zum Zelt? Kein Problem, der Pulli ist schnell geholt, wenn‘s kühl wird. Aber wenn die Route erst gefühlte 20 Minuten quer durch Zeltreihen (und die heimtückisch gespannten Zeltschnüre), vorbei an sieben Futterstandln und weitere drei Kilo- meter über schlammig-steinige Wege führt … dann ist Vorausdenken angesagt. Die idealen Lagen für die Frau von Welt: Bikinioberteil für sonnige Nachmit- tage, Shirt, Hoodie – im Idealfall mit Zipp und vom Freund geklaut – und selbstverständlich die ebenso hässliche wie praktische Plastik-Regenhaut, die’s meist irgendwo gratis gibt. Die Herren der Schöp- fung dürfen auf den Bikini verzichten und mögen sich nach einem neuen Hoodie umschauen.

Also zieht los, ihr Blumenkinder, bereitet euch auf die Festivals vor und denkt dran: Manchmal kommt es nur auf das Outfit an, ob ihr im Regen tanzen könnt oder vor der Nässe fliehen müsst.

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