BACK TO SCHOOL

Oder: Die hohe Kunst der taktischen Spätsommer-Kleidung

Wenn der letzte Festival-Sonnenbrand abgeheilt ist, sämtliche Urlaubsfotos auf Facebook und Instagram geteilt sind und abends schon ein leicht kühler Hauch aufkommt … dann sind die Ferien bald vorüber und es wird Zeit, sich wehmütig von leichten Kleidern und Flip-Flops zu verabschieden.

VON AURELIA DUNKLER

Jetzt ist schon wieder ein Sommer vorbei. Mit ei- nem Seufzer verschwinden die gewagten Festi- val-Outfits im Kasten und es bleibt Ratlosigkeit, was mensch wohl zum nahenden Schul- oder Studienanfang anziehen will. Doch halt, ihr Ah- nungslosen! Euch möge hier geholfen werden.

Rock ’n’ Shirt Was lange Zeit als modisches Tabu galt, ist endlich öffentlich tragfähig: Frau nehme ei- nen Rock, der hoch in der Taille geschlossen ist, und stopfe dazu ein T-Shirt rein. Klingt seltsam, kann aber richtig gut ausschauen. Die echte Frau von Welt trägt natürlich ein Shirt ihres Lieblings-Fandoms (die Autorin empfiehlt an dieser Stelle Game Of Thrones). Dazu passt eine schwarze Lederjacke, möglichst et- was abgefuckt. Je nach Wetterlage freie Beinchen oder eine Leggings, et voilà: Fancy as hell!

FOTOS: Shutterstock

Mehr Platz zur Selbstverwirklichung Im Fa- shion-Jargon mag es „Street Style“ heißen, wenn frau Klamotten trägt, die ihr zwei Nummern zu groß sind. Aber wenn wir uns ehrlich sind, sollte es „Hab ich meinem Freund geklaut-Style“ heißen. Ob ehrlich oder unehrlich erworben, XL-Shirts und Boyfriend- Hoodies sind derzeit mehr als tragbar. Was die Bag- gy-Pants anlangt, so sollte doch zumindest das mas- kuline Vorbild des Hintern-raushängen-Lassens eher vermieden werden.

Check mal die Lage Und wenn sich frau noch nicht ganz von ihren Sommerklamotten verabschie- den will, sei ihr eine Gnadenfrist gegönnt – Lagen- Denken sei Dank! Zartes Kleidchen, dünnes Jäck- chen, Leggings drunter, Statement-Jacket drüber – passt schon. Was ein Statement-Jacket ist, fragt ihr? Im Prinzip ein auffälliger Mantel oder eine übergroße Jacke. Manche Menschen mögen dafür eine Men- ge Geld ausgeben, aber es sei euch empfohlen, einfach mal die alten Klamotten eurer Mütter und Großmütter zu durchwühlen. Das ist dann nicht nur gratis, sondern sogar Vintage. Zumindest genug, um damit anzugeben.

Mustergültig und bunt Noch be- vor uns der Winter mit den üblichen dezenten Farben konfrontiert, bäu- men sich intensive Herbsttöne auf: Olivgrün, Pflaume, Petrol, Bordeaux- Rot – zum Glück passt das alles zur schon erwähnten schwarzen Lederja- cke. Wer auf auffällige Prints steht, kann mit Late-80s-Designs bedient werden, ansonsten stehen Karos, Pol- ka-Dots und großflächige Animal-Prints auf dem Programm.

Doch trotz all der Vorschläge bleibt mir doch nur ein letzter Satz: Zieht an, was ihr wollt, worin ihr euch wohlfühlt und was euch glücklich macht!

RUCKSACK VS.

UMHÄNGETASCHE

Kann der Streit jemals beigelegt werden? ExpertInnen sagen: „Nein. Niemals.“*

Trends hin oder her, in jedem Schulhof und auf jedem Campus sind Vertreter beider Lager vorzufinden: die Rucksack- und die Taschenmenschen. Welcher Glaubensrichtung werdet ihr fol- gen?

Der Rucksack:

+ Besser für den Rücken (na no na net)

+ Hat meistens mehr Fächer

+ Träger halten länger (Gewichtsverteilung)

- Nervig für andere Leute in Menschenmengen

- Einladend für Langfinger (im Sinne von Diebesgesindel, nicht zu verwechseln mit Littlefinger)

- Kein Schnellzugriff auf wichtige Dinge

* Dramatisierung. Muss nicht stimmen.

DIE UMHÄNGETASCHE

+ Alles, was mensch braucht, sofort zur Hand

+ Viele Custom Designs from the Interwebs

+ Meistens günstiger als ein Rucksack

- Auf längere Zeit aua für die Schulter

- Überleben oft nur ein bis zwei Jahre

(außer Ledertaschen, die halten ewig)

- Nicht vernünftig verwendbar als Reisegepäck