WIEDERHOLUNGSTÄTER

Die Kinomonate Mai und Juni stehen ganz im Zeichen von Prequels, Sequels und Remakes. Kurz gesagt: Wiederholungen und Fortsetzungen. Allerdings auf einem hohen (trick)techni- schen und unterhaltsamen Niveau. Grund genug, sich diese „Wiederholungstäter“ reinzuziehen.

FOTO: WARNER

VON CARLOS OBERLECHNER

WAS WÄRE EIN KINOJAHR ohne seine Prequels (Vorgeschichte), Se- quels (Fortsetzung) und Remakes (Neuverfilmung)? Antwort: Vermutlich nur halb so unterhaltsam! Denn, nicht alles, was komplett neu auf die Leinwand kommt, muss automatisch auch gut sein, und umgekehrt kann eine gelungene Fortsetzung eines erfolgreichen Stoffs sehr wohl vergnügliche/spannende Kinostunden bieten.

Jude Law gibt in King Arthur den Warlord Vortigern.

Gleich sechs dieser „Wiederholungstäter" laufen im Mai und Juni an. So steht mit King Arthur: Legend of The Sword (ab 12. 5.) die x-te filmische Neu- auflage der König-Artus-Sage ins Haus. Jener britische, sagenumwobene Kö- nig, der das berühmte Schwert Excalibur aus einem Fels herauszog und sich derart als Thronfolger qualifizierte. So weit, so gähn. Aber! Der Regisseur des Remakes ist niemand Geringerer als Guy Ritchie, der für die beiden „Sher- lock Homes"-Blockbuster steht.

Bei „King Arthur” hat sich Ritchie ganz augenscheinlich am Style von „Game of Thrones“ orientiert und rund um Charlie Hunnam (Arthur) und Jude Law (als Bösewicht Vortigern) ein mitreißendes Mittelalter- märchen inszeniert, das definitiv nicht zum Gähnen ist.

KING ARTHUR: LEGEND OF THE SWORD

Start: 12. Mai

Genre: Abenteuer/Fantasy

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KING ARTHUR Excalibur (1981) Die Story über König Artus war ei- ner der erfolgreichsten Fantasy- Movies der 80er-Jahre von John Boorman und eine von vielen King Arthur-Verfilmungen über die Jahrzehnte. Stilistisch war Boorm- ans Version u. a. Vorbild für die Herr der Ringe-Verfilmung.

Und auch bei Alien: Covenant (ab 18. 5.) wird garantiert niemand ein- schlafen. Das dreiteilige Prequel zum megaerfolgreichen SciFi-Grusel „Alien" (sehenswert vor allem Teil 1 von 1979 und das Sequel von 1986!) geht in die zweite Runde und schließt unmittelbar an „Prometheus" (2012) an. Seit 38 Jahren schafft es also Erfolgsregisseur Ridley Scott, uns mit seinen außerirdischen Biestern perfekt zu erschrecken.

ALIEN: COVENANT

Start: 18. Mai

Genre: SciFi-Horror

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FOTO: CENTURY FOX

ALIEN: COVENANT Regisseur Rid- ley Scott begründete mit „Alien“ (1979), die „Mutter“ aller ScFi-Hor- ror-Filme. Detail am Rande: John Carpenter’s Erstling (und längst Kultfilm!), die SciFi-Komödie „Dark Star“ von 1974, zeigte einen Ball ähnlichen Außerirdischen, der in der deutschen Übersetzung als „Exote“ bezeichnet wurde. Im englischen Original hieß dieser je- doch „Alien“. Von dieser Namens- gebung lies sich nicht nur Ridley Scott inspirieren, sondern seitdem heißen alle Außerirdischen in Fil- men Aliens.

Das Sequel zu Prometheus (2012) ist zugleich das Prequel zu Alien (1979).

Dark Star (1974)

Alien (1979)

FOTO: DISNEY

CAPTAIN JACK SPARROW alias Johnny Depp sticht am 25. Mai zum fünften Mal in See: Pirates of The Caribbean – Salazars Rache. Zwar ist seine ge- liebte „Black Pearl“ nach wie vor zum Flaschen- schiff degradiert, aber dafür vermag der furchtein- flößende Captain Salazar (Javier Bardem) mit sei- ner riesigen schwimmenden Festung namens „Si- lent Mary“ zu beeindrucken. Mit dieser versucht er jeden Piraten auf See zu töten – einschließlich Jack Sparrow. Dessen einzige Überlebenschance be- steht darin, den „Dreizack des Poseidon“ zu finden, der ihm Kontrolle über die Meere verleiht.

PIRATES OF THE CARIBBEAN 5: SALAZARS RACHE

Start: 25. Mai

Genre: Abenteuer

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Johnny Depp schlüpft zum 5. Mal in die Rolle des Jack Sparrow.

PIRATES OF THE CARIBBEAN – SALAZARS RACHE Piratenfilme gehören zu den ältesten Themen im Kino. Begonnen hat dieses Genre mit dem Stummfilm „Der Seeräuber“ 1926. 1943 folgte mit „Der schwarze Schwan“ („The Black Swan“ mit Tyronne Power), der bis heute berühmteste Pira- tenfilm aller Zeiten. Die „Fluch der Karibik“-Filmreihe basiert auf all diesen legendären Piratenfilmen ist aber in Wahrheit die filmische Umsetzung der Themenfahrt „Pira- tes Of The Caribbean“ aus den Walt Disney Studios.

The Black Swan (1943)

Fluch der Karibik 1 (2003)

FOTO: PARAMOUNT

Pirates Themenfahrt in Disney World

Ob das Kino-Remake der im TV von 1989 bis 2001 megaerfolgreichen Ret- tungsschwimmerInnen-Story Baywatch (ab 1. 6.) nicht untergeht, bleibt abzu- warten. Immerhin: Die weibliche Hollywoodschickeria läuft schon jetzt am Strand von Malibu mit „Remakes" des roten Einteilers herum, jenem Badean- zug, der vor allem Pamela Anderson „unsterblich" machte. In die Rolle von Ober-Rettungsschwimmer Mitch Buchannon schlüpft Dwayne Johnson. Das „Original", David Hasselhoff, kommt zwar nicht im Film vor, aber dafür als „The Hoff" live auf dem heurigen Nova Rock.

BAYWATCH

Start: 1. Juni

Genre: Komödie

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Baywatch 2017: 18 Jahre danach gibt es statt „The Hoff“ das Duo Zac Efron und Dwayne Johnson.

BAYWATCH 1989 startete die insge- samt 243 Folgen (in 10 Staffeln) um- fassende TV-Serie mit dem Untertitel „Die Rettungsschwimmer von Mali- bu” und endete im Mai 2001. Neben sexy Pamela Anderson (füllte in den Staffeln 3 - 7 als Rettungsschwimme- rin C. J. Parker am besten den roten Einteiler aus) war vor allem David „The Hoff” Hasselhoff als Hauptcha- rakter Mitch Buchannon, 199 Folgen lang (bis Ende 1999) der „heldenhaf- te“ Mittelpunkt der Serie.

Gruseliger wird’s ab dem 8. Juni. Da startet mit Die Mumie ebenfalls eine oftmals verfilmte Schauergeschichte. Zuletzt in drei Mummy-Filmen (1999, 2001 & 2008) wunderbar witzig und actionmäßig höchst erfolgreich: Brendan Fraser. Diesmal füllt Superstar Tom Cruise die Rolle des Archäologen aus, der die Welt vor einer weiblichen (!), schaurig-schönen Mumie (Sofia Boutella) beschützen muss.

FOTO: UPI

DIE MUMIE

Start: 8. Juni

Genre: Abenteuer/Horror

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Sofia Boutella als schaurig-schöne Mumie

DIE MUMIE 1932 (!) erschien die erste MUMIE-Verfilmung mit dem, neben Christopher Lee (Dracula), besten Horror-Darsteller aller Zeiten: Boris Kar- loff. Ab 1999 (bis 2008) erschien eine dreiteilige Neuverfilmung mit Bran- don Fraser in der Hauptrolle, die sehr erfolgreich, zugleich actionreich und witzig, war.

Die Mumie (1999)

The Mummy, Original von 1932

FOTO: WARNER

Und noch eine gefährliche Frau: Wonder Woman (ab 16. 6.). Erstmals auf der Leinwand im Vorjahr in „Batman v Superman" aufgetaucht, erhält sie nun ihr Spin-off. Die „Wunderfrau", die im Alltagsleben auf Diana Prince hört, wird von der talentierten Gal Gadot (auch bekannt als Gisele Yashar aus FF5 und FF6) verkörpert.

WONDER WOMAN

Start: 16. Juni

Genre: Fantasy

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Gal Gadot als Diana Prince aka Wonder Woman

WONDER WOMAN Wonder Woman ist die älteste und erste (1941 erstmals in einem DC Comic erschienene) Hel- din des Comics-Universum. Ab 1975 gab es eine 3 Staffel umfassende TV- Serie mit Lynda Carter in der Haupt- rolle. Im Vorjahr debutierte Wonder Woman on Big Screen in „Batman v Superman: Dawn Of Justice“.

Wonder Woman’s Auftritt in „Batman v Superman“ (2016)

Wonder Woman TV Serie (1975)