Mei Wirtshaus

Der Adler in

Schwarzenberg

Seit einiger Zeit ist Schwarzenberg im Bregenzerwald (Vbg.) um eine Attraktion reicher. Ein Brüderpaar verwöhnt im Gasthaus Adler mit erlesener gutbürgerlicher Küche.

Text & Fotos: Christine Fehringer

N

icht ohne Grund wird die Gemeinde Schwarzenberg das Juwel des Bre- genzerwalds genannt. Es gibt kaum einen anderen Ort, in dem so viele

prachtvolle alte „Wäldarhüsar“ liebevoll  in Stand gehalten werden. Das Dorf at- met den Geist seiner berühmten Tochter Angelika Kauffmann und ist durch die jährlich stattfindende Schubertiade Schwarzenberg in aller Munde.


Gastronomische Quereinsteiger

Auch das Brüderpaar Florian und Felix Messner schätzt den Geist der Region und setzt hier sein gastronomisches Konzept mit viel Leidenschaft um. In einer Dornbirner Unternehmer- familie aufgewachsen, entwickelten die jungen Her- ren schon früh ihre Liebe zur Gastronomie. Felix ist mit 23 der jüngere von bei- den und für die „gutbürgerliche Küche auf Top-Niveau“, wie er selbst sie be- schreibt, verantwortlich. Besonderen Wert legt er darauf, möglichst viele Pro- dukte direkt aus dem Ort und der Region zu beziehen.


Produkte aus der Nähe

Die Milchprodukte werden dem Adler von Ländlemilch geliefert, die Kässpätzle- mischungen stammen aus dem Käselädele von Nah&Frisch Kauffrau Hedi Berchtold im Ort und das Wild kommt vom ortsansässigen Jäger Martin Rhom- berg. Auch das Fleisch stammt aus der Umgebung und der Bodensee ist ein gu- ter Lieferant für feinste Fische wie Felchen oder Forellen. Bei den Nudeln gerät Felix besonders ins Schwärmen. Diese kommen von VauLand, einer kleinen Nu- delmanufaktur aus Lingenau. Dort werden die besten Dinkelnudeln produziert, die Felix kennt.


Hand- und Hausgemachtes

Der Küchenchef, der nach der Ausbildung seinen Stil bei Heinz Reithbauer im Steirereck in Wien verfeinern konnte, ist stolz darauf, „in einer ehrlichen Küche absolut alles selbst herzustellen“. Köstliches hausgemachtes Speiseeis oder hand- gemachter Frischkäse sind nur zwei Beispiele dafür, wie ernst es ihm damit ist. „Bei mir wird portionsweise gekocht, denn nur so kann ich gleichbleibend gute Qualität auf hohem Niveau bieten.“ Sein Bruder Florian ist für den Servicebe- reich und die Organisation des Betriebs zuständig. Auch er ist gelernter Koch, hat aber seinem Bruder das Feld in der Küche überlassen, um sich in der gemüt- lichen Gaststube eloquent und freundlich um die Gäste zu kümmern.


Die Mama hilft mit

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist den beiden wichtig. „Das beliebteste Bre- genzerwälder Gericht, Kässpätzle mit einer würzigen Käsemischung und mit Apfelmus serviert, bieten wir mit 12 Euro zu einem sehr ehrlichen Preis an“, meint Florian. Mama Petra unterstützt ihre beiden Söhne, so gut sie kann. Sie hilft im Service, scherzt mit den Gästen und „kann halt an der Arbeit nicht vor- beischauen“, wie sie gut gelaunt erzählt. Die jungen Wirte sind den Eltern natür- lich dankbar, dass sie ihnen nach Kräften zur Seite stehen. „Wir planen, weitere Lokale zu eröffnen, aber noch ist es zu früh, um darüber zu sprechen“, meint Fe- lix schmunzelnd. Jedenfalls scheinen die beiden noch recht viel vorzuhaben.

www.adler-schwarzenberg.at

Blick in den Gastraum des 1765 errichteten Hauses.


Rosa gebratenes Entrecote-Steak an Kartoffelkrusteln mit Rotweinjus. Zum Essen empfiehlt Florian gerne den „Wäldar Win“, eine Spezial- DAC-Abfüllung aus der Wachau.

Fotos Kauffrau & Innenansicht: Laif, beigestellt

{MEI TIPP}

„Felix und Florian bestellen ihre Käs- spätzlemischungen bei uns im Käse- lädele, das freut mich natürlich. Wir sind Nachbarn, ich gehe sehr gerne mit Freunden bei ihnen essen.“

Hedi Berchtold, Nah&Frisch

Kauffrau in Schwarzenberg, Vbg.

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www.eskimo.at