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Nah&Frisch Kaufmann Bernd Blaas (35) ist in einem Familienbetrieb aufgewachsen und schätzt das gesellige Miteinander – im Privaten wie im Geschäft.

Text & Foto: Christine Fehringer

Bernd Blaas sammelt „Hard Rock Cafe“- T-Shirts. Das erste hat ihm seine Lebensgefährtin Michaela Thallauer aus New York mitgebracht.

S

teeg ist der erste Ort im oberen Lechtal im Tiroler Außerfern und liegt 1.122 m über dem Meeresspiegel. Die Region erlebt seit der Er-

öffnung des 125 km langen Lechwegs einen regelrechten Boom im Wan- dertourismus. In der atemberaubenden Landschaft wachsen Wacholder- bäume und Tamarisken, zahlreiche malerische kleine Orte liegen am Weg. Einer davon ist Steeg, wo sich Wanderer bei Bernd Blaas gerne mit Jausen und Getränken eindecken.


2001 beschloss sein Vater, im knapp 700 Einwohner zählenden Dorf ei- nen kleinen Lebensmittelhandel aufzubauen. 2008 übernahm Bernd das Geschäft, für das er als Absolvent der Handelsschule Reutte ursprünglich nur die Buchhaltung machen sollte. „Es hat sich einfach so entwickelt, ich bekam die Möglichkeit und hab sofort ja gsagt“, strahlt der fröhliche Lechtaler.


Wie war der Start für dich?

Eigentlich fließend, ich bin schnell ins Geschäft reingerutscht. Mit der Hilfe der Familie ist das ganz einfach gegangen.


Was macht dir heute am meisten Freude bei der Arbeit?

Dass ich den Betrieb mit meiner Lebenspartnerin führen kann. Vor ein paar Jahren habe ich die Michaela hier im Ort kennengelernt. Sie stammt aus Niederösterreich und war damals Rezeptionistin im Hotel Post. Unser gemeinsamer Sohn Leo ist jetzt 17 Monate alt. Meine Mutter, die Oma Elfi, hilft mit, wo sie kann. So gesehen geht der Familienbetrieb weiter, das finde ich toll. Und auch mit meinen vier Mitarbeiterinnen läuft es wirklich gut.


Du würdest das Geschäft also auch heute wieder übernehmen?

Auf jeden Fall, klar! Wir sind das einzige Geschäft im Ort. Es ist unbe- dingt notwendig, dass ein Nahversorger da ist: für die Einheimischen, aber auch für die Touristen, die sehr wichtig für die Region sind. Die Er- öffnung des Lechwegs wirkt sich wirklich ausgesprochen positiv auf den Tourismus in der ganzen Region aus. Die Kunden, die zu uns kommen, staunen dann immer, wie viele Dinge des täglichen Bedarfs es bei uns gibt.


Hast du ein Erfolgsrezept?

Das is ganz einfach: Wir sind freundlich und erfüllen die Wünsche unse- rer Kunden! In unserem Kaffeestüberl wird oft lustig geplaudert, das alles macht eine gute Stimmung. Geselligkeit ist enorm wichtig und i bin ein- fach gern unter di Leit!


Ist deine Arbeit befriedigend für dich?

Ja, auch wenn manchmal wirklich viel zu tun ist. Ich hab einen kleinen Ausgleich mit einer Nebenbeschäftigung. Für die Brauerei Fohrenburg in Bludenz betreibe ich hier das Auslieferungslager. Ein Tag in der Woche ist dafür reserviert. Da komme ich schön herum, fahre zu den Hütten hinauf oder zu Zeltfesten – und das taugt mir.

„I bin einfach gern unter di Leit!“

Hand aufs Herz

Bernd Blaas


Als Kind wollte ich ... Tischler werden.

Am meisten schätze ich ...Verlässlichkeit und Ehrlichkeit.

Am meisten stört mich ... Unzuverlässigkeit und Unehrlichkeit.

Das Schönste an meinem Beruf ist ... selbstverantwortlich ar- beiten und den guten Kontakt zu meinen Kunden pflegen zu können.

Manchmal fällt es mir schwer ... in der Freizeit abzuschalten.

Mein Ausgleich ist ... mit unserem Sohn in der Rückentrage schon kleine Wanderungen zu machen.

Ich bewundere ... meinen Vater. Er hat etwas erreicht in sei- nem Leben und dabei hat er immer auf die Familie gschaut.

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www.oesterreichwein.at